Wir setzen Cookies (eigene und von Drittanbietern z.B. Google Analytics.) ein, um Ihnen die Nutzung unserer Webseiten zu erleichtern und unser Angebot besser Ihren Interessen anzupassen. Mit der weiteren Nutzung unserer Webseiten werden nur technisch notwendige Cookies gesetzt, mit Akzeptieren werden alle Cookies (auch Marketing Cookies) gesetzt. Ihre Einwilligung ist freiwillig und kann jederzeit für die Zukunft widerrufen werden.

Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Akzeptieren

Wer walzt am besten?

XERION, AXION 950, TORION

Die letzte Kampagne hat es wieder gezeigt: Entscheidend für eine verlustfreie Silomaislagerung ist vor allem die zuverlässige Verdichtung. Mit dem AXION 950, dem Radlader TORION und dem XERION gibt es drei Großmaschinen, die sich hier als schwere Walzfahrzeuge anbieten.

Wer walzt am besten?

XERION, AXION 950, TORION

Die letzte Kampagne hat es wieder gezeigt: Entscheidend für eine verlustfreie Silomaislagerung ist vor allem die zuverlässige Verdichtung. Mit dem AXION 950, dem Radlader TORION und dem XERION gibt es drei Großmaschinen, die sich hier als schwere Walzfahrzeuge anbieten.

Wie schlagen sich die Boliden bei der Siloverdichtung?

Um diese Frage zu beantworten, haben Norbert Bleisteiner, Leiter des Fachzentrums für Energie und Landtechnik der Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf und sein Kollege sowie Erntemaschinenexperte Markus Steinbauer zusammen mit Trends im Herbst 2018 die Maschinen unter Praxisbedingungen beim Maissilowalzen getestet.

Die Landmaschinenschule Triesdorf hatte schon 2010 und 2011 umfangreiche Untersuchungen von Walzfahrzeugen im Silomaiseinsatz durchgeführt.* Der Testort im vergangenen Herbst war die Biogasanlage Ense in der Nähe der nordrhein-westfälischen Stadt Soest. Dort bot sich – parallel zum regulären Einlagerungsbetrieb – die Möglichkeit, die drei Fahrzeuge unter vergleichbaren Bedingungen einzusetzen.

*Die Veröffentlichung dazu finden Sie im Internet unter http://www.triesdorf.de/landwirtschaft-ernaehrung/landtechnik/verdichtungsversuch-mais.html


Die Vorbereitungen

Die Testeilnehmer waren drei ausgewogen ballastierte Maschinen aus dem CLAAS Vorführmaschinenbestand. Vor dem Einsatz ging es zunächst um die Ermittlung der technischen Daten wie Gesamtgewicht, Reifendruck und Reifenaufstandsfläche. Denn der wichtigste Faktor für die Verdichtungsqualität ist der Kontaktflächendruck der Reifen, der vom Gewicht des Walzfahrzeugs, seinem Reifendruck und seiner Reifenaufstandsfläche abhängt.

Auf der Waage kam der XERION mit 2,6 t Zusatzgewicht und Schiebeschild auf 22 t Gesamtgewicht, davon 56 % auf der Vorder- und 44 % auf der Hinterachse.

Inklusive Schiebegabel, aber ohne weitere Zusatzgewichte, erreichte der TORION 19,0 t Gesamtgewicht bei einer Achslastverteilung von 47 % vorne und 53 % hinten.

Als leichtester Testkandidat brachte der AXION 950 mit 3 t Zusatzgewicht immerhin noch 18,1 t Gesamtgewicht auf die Waage (36 % auf der Vorder-, 64 % auf der Hinterachse).

Gewichte und Reifenaufstandsflächen im Überblick


XERION 4000TORION 1812AXION 950
Anbaugewicht Vorderachse (kg)2.600--
Anbaugewicht Hinterachse (kg)--3.000
Gesamtgewicht (t)22,019,018,1
Angebaute SchiebetechnikHolaras MES-5700-H-155Günter Schmihing Loader Master GrüngutgabelHolaras MGS-430-H-115-FK
Bereifung vorne750/70 R 44750/65 R 26650/60 R 38
Bereifung hinten750/70 R 44750/65 R 26750/70 R 44
Reifenaufstandsfläche gesamt (m²)2,22,12,5


Nicht verschieben: Für die Ermittlung der Reifenaufstandsflächen wurden die Außenkanten der Reifen mit Pulver abgestreut.

Im zweiten Schritt folgte die Vermessung der Aufstandsflächen.

Jeder Kandidat kam auf mehr als 2 m² Reifenaufstandsfläche:
XERION 2,2 m², TORION 2,1 m², AXION 2,5 m²

Die Einsätze im Silo

Laut allgemeiner Faustzahl braucht man rund 10 bis 12 t Walzgewicht, um 50 t frisch angelieferte Maissilage pro Stunde zuverlässig zu verdichten (siehe Trends 3/2016, S. 38, Dr. G.-C. Maack, Universität Bonn, „5 Punkte, um Nacherwärmungen im Silo zu vermeiden“). Diese Zielwerte gelten zumindest für das Walzen der oberen Silohälfte, denn in den unteren Siloschichten wirkt sich auch die Eigenverdichtung des Silostocks aus. Zu beachten ist außerdem, dass die Verdichtung umso schwieriger ist, je trockener das Erntegut eingelagert wird. Beim Versuch in Ense war es mit einem TS-Gehalt von 40 % und mehr schon sehr trocken – so wie es vielen Betrieben im Dürrejahr 2018 ergangen ist. Wichtig für den Verdichtungserfolg ist neben hohen Walzgewichten auf jeden Fall immer auch ein geübter Fahrer, der in der Lage ist, die Silage in möglichst dünnen Schichten auf dem Haufen zu verteilen und zu verdichten.

Jedes Walzfahrzeug hatte eine Stunde Zeit, um in einem separaten Silo rund 100 t Maissilage zu walzen.

Die Ausgangsbedingungen waren für alle drei Walzfahrzeuge nahezu identisch.

Alle drei Maschinen kamen nacheinander mit ein- und demselben Fahrer zum Einsatz.

Die Dichtemessungen

Um die Walzqualität zu beurteilen, haben die Experten von der Landmaschinenschule Triesdorf mithilfe von Kernlochbohrungen die Lagerungsdichte an der Silooberfläche ermittelt. Bei einer ausreichenden Dichte an der Oberfläche kann man davon ausgehen, dass in den tieferen Schichten noch höhere Werte erzielt werden.

Aus der Verrechnung des Bohrkernvolumens mit dem Gewicht der Probe ergab sich die Dichte der Frischmasse.

Nach jedem Teilversuch erfolgten Bohrungen auf 45 bis 50 cm Tiefe an jeweils fünf definierten Positionen, auch in den Randbereichen.

Anschließend erfolgte eine Bestimmung der Trockensubstanz, sodass deren Dichte berechnet werden konnte.


Die Versuchsergebnisse im Überblick

Die Zielvorgaben für die Verdichtung von Maissilage lauten: Bei 30 % TS-Gehalt des Silierguts sollte die Lagerungsdichte mindestens 230 kg TS/m³ erreichen; bei jedem zusätzlichen Prozent TS-Gehalt steigt der Zielwert um jeweils 8 kg TS/m³ an, sodass man bei einem TS-Gehalt von z. B. 38 % auf eine Lagerungsdichte von 280 kg TS/m³ kommt (Quelle: Trends 3/2016, S. 38.


Durchschnittlicher TS-Gehalt in %Durchschnittliche Lagerdichte in  kg TS/m³
XERION 400044,1307
TORION 181242,0271
AXION 95041,6274


Mit 307 kg TS/m³ erreichte der XERION den besten Wert für die Verdichtung. Hundegang und Pendelachse des XERION sind speziell für die Kantenverdichtung von großem Vorteil. Außerdem hat der Fahrer bei gedrehter Kabine die beste Sicht auf den Schiebeschild. Der XERION ist für Lohnunternehmen, die sein Schlagkraftpotenzial außerdem für Spezialanwendungen (z. B. Gülleausbringung, Großflächenmähen, Hackschnitzelerzeugung) nutzen können, zu empfehlen.

Mit einer Lagerungsdichte von 271 kg TS/m³ steht der TORION dem AXION in nichts nach. Neben der Walzleistung eignet sich der TORION als Lademschine für schwere Schüttgüter und bietet viele Möglichkeiten zur Nutzung verschiedener Vorsatzgeräte. Er bietet ebenfalls eine sehr gute Übersicht auf das Arbeitsgerät.

Beim AXION 950 belief sich die Lagerungsdichte auf 274 kg TS/m³ - ebenfalls ein sehr guter Wert. Der AXION 950 ist das richtige Walzfahrzeug, wenn der Traktor in der restlichen Zeit des Jahres bei Ackerarbeiten sowie Transportarbeiten ausgelastet werden kann.