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Pressen auf hohem Niveau

ROLLANT

Landwirt Helmut Vallant presst in Kärnten Rundballen im Lohn – und das auf bis zu 1.300 Höhenmetern. Doch die eigentliche Herausforderung ist nicht die Höhe, sondern das Spurhalten in den steilen Hängen.

Pressen auf hohem Niveau

ROLLANT

Landwirt Helmut Vallant presst in Kärnten Rundballen im Lohn – und das auf bis zu 1.300 Höhenmetern. Doch die eigentliche Herausforderung ist nicht die Höhe, sondern das Spurhalten in den steilen Hängen.

Es geht bergauf, steil bergauf...

und das schon seit ein paar Kilometern. Überraschend zügig schnurrt Helmut Vallant mit seiner Rundballenpresse die schmale Bergstraße hinauf. 

Serpentine folgt auf Serpentine, während die Wiesen links und rechts der Straße immer steiler abfallen. Nach und nach öffnet sich der spektakuläre Blick auf das Kärntner Lavanttal, dem Arbeitsgebiet von Vallant.

Als er ankommt auf dem Schifferhof, weit über dem letzten kleinen Dorf gelegen, befindet er sich auf fast 1.300 Meter Seehöhe. „Das ist Alltag für mich, ich bin viel auf Höfen in dieser Höhe unterwegs“, sagt Vallant. Der Grund: Vallant ist Lohnunternehmer im Raum Wolfsberg in Kärnten. Er hat sich spezialisiert auf die wichtigsten Arbeiten, die auf den Höfen der Region anfallen: Gülle verschlauchen und Rundballen pressen.

Wie der Schifferhof sind die meisten Höfe hier Nebenerwerbsbetriebe mit 20 bis 40 ha, die sich meist aus Grünland und Wald zusammensetzen. Das Geld wird hier mit Holz und Milch- oder Mutterkühen verdient, bei Herdengrößen von maximal 20 Tieren. Als Grundfutter kommt für die Tiere nur Gras infrage, als Heu oder Rundballensilage. „Mit dem Ackerbau ist‘s bei uns ab 700 Meter Höhe vorbei“, erklärt Vallant, „dafür ist es hier einfach zu steil.“

Reizvoll steil

Steile Flächen, das ist das passende Stichwort für den ge­bürtigen Kärntner. Denn er hat in der Region einen Ruf als „verrückter Hund“, der sich auch auf die steilsten Wiesen traut und hier immer noch saubere Ballen presst. „Bei uns zu Hause ist‘s auch sehr steil. Das hat mich immer schon gereizt, diese Flächen mit der Maschine zu befahren.“ Dabei war er ursprünglich mit der Qualität der Ballen unzufrieden, die er damals noch im Lohn pressen ließ. „Vor allem die Pressdichte passte mir nicht“, erzählt Vallant. Kurzentschlossen nahm er die Sache vor vier Jahren selbst in die Hand und schaffte sich eine ROLLANT aus der 400er Baureihe an. „Da war ich dann sofort bei nur noch 250 statt 350 Ballen. Und die hatten eine Superqualität“, sagt Vallant.

So locker wie der Lohnunternehmer über das Fahren in Ex­tremlagen spricht, könnte man leicht den Eindruck gewinnen, dass es sich um eine ungefährliche Angelegenheit handelt. Dem ist aber nicht so. Erst vor wenigen Wochen ist in der Region ein Landwirt mit seinem Pressengespann am Hang abgerutscht. „Der konnte noch beim Rutschen aus der Kabine klettern, ohne vom Doppelreifen erwischt zu werden“, erzählt Vallant. Nach 100 Metern Rutschpartie prallten Traktor und Presse gegen einen Baum. Totalschaden.

Nur nicht rutschen

Das hält ihn aber nicht davon ab, auch noch an Hängen mit bis zu 52 % Gefälle zu fahren. Die eigentliche Gefahr dabei ist nicht das Umkippen, sondern das Abrutschen des Gespanns. „Dann wird es interessant“, sagt er. Um das zu vermeiden, nutzt er überraschend wenig Spezialtechnik. Bis auf eine zusätzliche Druckluftbremse ist die Rundballenpresse genauso eine Standardausführung wie sein ARION 540 mit 150 PS.

Die ROLLANT bringt laut Vallant von Hause aus zwei entscheidende Vorteile für die Arbeit an Steilhängen mit: Sie hat einen sehr niedrigen Schwerpunkt und wiegt mit ihren knapp 3,2 Tonnen weniger als vergleichbare Pressen in der Größe. „Damit ist sie nur halb so schwer wie mein Traktor. Wenn die Presse mal am Hang abrutscht, kann sie den Traktor nicht so leicht mitreißen“, erklärt Vallant.

Trotz seiner Erfahrung und optimaler Technik, zu der auch eine Zwillingsbereifung am Traktor gehört, kommt er aber an extremen Hängen auch selbst häufiger ins Rutschen. Das oberste Gebot in solchen Situationen lautet dann für ihn, Ruhe zu bewahren: „Einfach ganz stur weiterziehen, das ist wichtig. Und bremsen immer nur mit ganz viel Bedacht.“

Qualität macht sich bezahlt

Klar ist, dass die Flächenleistung unter diesen Bedingungen deutlich geringer ausfällt. Nur halb so viele Ballen schafft er im Vergleich zum Einsatz in der Ebene schätzt Vallant. Das größere Problem sind aber die langen Anfahrten zu den Flächen seiner Kunden. Im Schnitt ist er eine Dreiviertelstunde unterwegs. Zu seinem am weitesten entfernten Kunden fährt er 68 Kilometer. „Der besteht darauf, dass ich das mache, wegen der guten Pressqualität“, freut sich der Lohnunternehmer. „Aber die Anfahrten lasse ich mir bei allen Kunden zusätzlich bezahlen. Sonst geht´s nicht.“

Mehr als 7.000 Kilometer ist Vallant allein schon bis Ende Juli im laufenden Jahr gefahren. Besonders viel Zeit kosten ihn die oft schier endlosen Serpentinenfahrten. „Rauf geht‘s dabei immer deutlich schneller als runter“, erklärt er. „Denn wenn ich bergab zu schnell fahre, sind die Bremsen sofort weg.“ In Tallagen ist er dagegen meist mit bis zu 50 km/h unterwegs. „Das ist zwar nicht wirklich erlaubt bei uns, wird aber geduldet“, sagt er grinsend, startet seinen Traktor und rollt die schmale Bergstraße herunter zum nächsten Kunden. Ein kleinerer Einsatz – nur auf 1.100 Meter Höhe.

Kontakt: hendrik.henselmeyer@claas.com