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"Die PICK UP soll aufsammeln."

Stefan Loebe im Interview.

Leiter der Vorentwicklung für Futtererntemaschinen und Vorsatzgeräte in Bad Saulgau

"Die PICK UP soll aufsammeln."

Stefan Loebe im Interview.

Leiter der Vorentwicklung für Futtererntemaschinen und Vorsatzgeräte in Bad Saulgau

"Die PICK UP soll aufsammeln."

Wer eine Neuanschaffung im Bereich Pressen, Ladewagen oder Häcksler plant, kommt um das Thema PICK UP nicht herum. 

CLAAS verfolgt hier von Beginn an die Strategie der gesteuerten PICK UP. Im Unternehmen ist man von jeher von diesem bewährten Prinzip zu 100 Prozent überzeugt. Warum das so ist, erklärt uns Stefan Loebe, Leiter der Vorentwicklung für Futterernte­maschinen und Vorsatzgeräte aus Bad Saulgau im Interview.

Trends: Herr Loebe, zum Verständnis – es gibt ja eine gesteuerte und eine ungesteuerte PICK UP. Vielleicht erklären Sie zur Einführung kurz den Unterschied.

Stefan Loebe: Das ist eigentlich ganz einfach. Bei einem ungesteuerten Aufsammler rotieren die Zinken in einer Kreisbahn. Bei der gesteuerten PICK UP von CLAAS laufen die Zinken in Kurvenbahnen, wie in der Schnittzeichnung zu sehen ist. Das bedeutet, die Zinken sammeln auf und ziehen sich zur Übergabe an das nächste Förderorgan sozusagen „aus der Affäre“ – sie tauchen quasi ab. Dieses etwas aufwändigere, aber wesentlich zuverlässigere System fährt man bei CLAAS durchgehend bei allen PICK UPs von der Presse bis zum Jaguar. Natürlich mit entsprechenden Weiterentwicklungen und Modifikationen um z. B. mit den hohen Durchsatzmengen von bis zu 300 Tonnen pro Stunde beim Jaguar zurechtzukommen.

"Wer hohen Durchsatz in Verbindung mit wenig Futterverschmutzung erreichen will, kommt an einer gesteuerten PICK UP nicht vorbei", erklärt Stefan Loebe.

Trends: Was ist für Sie der Hauptvorteil einer gesteuerten PICK UP? Warum halten Sie an diesem System fest?

Stefan Loebe: Kurz gesagt – unsere PICK UP funktioniert zuverlässig weltweit in jedem Erntegut. Unter normalen Silagebedingungen arbeitet nahezu jeder Aufsammler. Bei uns kann kommen was mag – vom sehr langen Ryegras in Italien, bis hin zu Hanfstroh, GPS, Grünroggen oder auch ein sehr feuchter, kurzer 5. Schnitt. Unsere PICK UP nimmt immer zuverlässig und ohne zu verstopfen auf.

Trends: Woran liegt das genau – wie ist das möglich?

Stefan Loebe: Der Vorteil liegt in der Kurvenbahn. Durch diesen Verlauf zieht sich der Zinken aus dem Futter zurück und der Halm wird vom Zinken abstreift. Er versucht erst gar nicht, das Futter mit unter den Abstreifer zu ziehen. So werden Verstopfungen oder Wickler vermieden.

Trends: Gibt es noch mehr Vorteile dieses Systems?

Stefan Loebe: Da kann ich Ihnen eine Menge aufzählen. Wir können mit deutlich geringerer Drehzahl fahren. Die liegt bei etwa 120 U/min. Beim Mitbewerber kann die PICK UP Drehzahl bis zu 150 U/min betragen. Das hat mehrere Vorteile. Zuerst senkt es natürlich den Kraftbedarf. Zudem haben wir deutlich weniger Futterverschmutzung. Was nur logisch ist – bei Bodenkontakt mit hoher Drehzahl wird wesentlich mehr Schmutz nach oben gefördert. Außerdem können unsere Zinken durch die niedrigere Drehzahl dünner, weicher und deshalb flexibler sein als bei ungesteuerten Aufsammlern. Das senkt den Zinkenverschleiß und sorgt ebenfalls für sauberes Futter, da die Zinken bei Bodenkontakt nachgeben. Unser Aufsammler baut auch kürzer, denn der Zinken zieht sich, wie bereits erwähnt, dank Kurvenbahn zurück und muss nicht die ganze Kreisbahn ausfahren. Das verkürzt den Abstand zum nächsten Förderorgan und hat entscheidende Vorteile beim Gutfluss.

Die Kombination des sehr kleinen Durchmessers einer CLAAS PICK UP in Verbindung mit den gesteuerten Zinken sorgt darüber hinaus für hervorragende Rechqualität weil der Aufsammler nah am Erntegut direkt unter den Schwad zum Aufnehmen greifen kann.

Trends: Hat die Zinkenform Einfluss auf die Arbeitsqualität?

Stefan Loebe: Selbstverständlich – die Zinken und auch die Abstreifer bei ungesteuerten PICK UPs müssen so geformt sein, dass sie das Futter auch wieder abgeben an das nächste Förderorgan. Der Zinken bleibt ja in der Kreisbahn und zieht sich nicht zurück. Durch das Abtauchen unserer Zinken ist es möglich, unsere Zinken auf „Griff“ zu montieren. Unsere Zinken wollen aufsammeln. Die Zinken der ungesteuerten sind eher abweisend – sie müssen aufsammeln. Das führt in Verbindung mit der hohen Drehzahl zum Kehrmaschineneffekt. Das Futter rollt vor dem Aufsammler her. Das sehen Sie gut beim Herausfahren aus dem Schwad. Am Schwadende wird eine gesteuerte, langsam laufende PICK UP alles restlos aufsammeln – bei der ungesteuerten muss der Fahrer noch einige Meter bei abgesenkter PICK UP zurücklegen damit das ganze Erntegut in der Maschine verschwindet.

Trends: Welches System ist einfacher aufgebaut?

Stefan Loebe: Die Antwort ist einfach – ganz klar die ungesteuerte! Sie ist auch wesentlich günstiger in der Herstellung, macht aber bei der Funktionalität Abstriche. In diesem Spagat haben wir uns aber immer für die aufwendigere, teurere Variante entschieden, da bei uns Einsatzsicherheit im Vordergrund steht. Die Aufgabe eines Aufsammlers ist das Aufsammeln und Abgeben des Erntematerials an das nachfolgende Förderorgan. Das klappt bei unserem System hervorragend. Bei ungesteuerten PICK UP s können die von uns gestellten Anforderungen an Arbeitsqualität und Leistung nur erreicht werden, wenn zusätzliche Hilfen wie angetriebene Zuführwalzen oder aufwendige Rollenniederhalter zum Einsatz kommen. Die Varianz und Änderungsdynamik der verschiedenen Formen von Abstreifern und Zinken bei den Wettbewerbern zeigt auch, dass dieses Thema äußerst komplex ist. Unsere Elemente sind bis auf Farbänderungen schon Jahrzehnte auf dem Markt und funktionieren tadellos.

Einfach gesagt: Wer hohen Durchsatz in Verbindung mit wenig Futterverschmutzung erreichen will, kommt an einer gesteuerten PICK UP nicht vorbei.

Trends: Worin sehen Sie als Entwickler noch Potenzial? Wo liegen die Schwerpunkte in der Verbesserung?

Stefan Loebe: Das System ist bewährt und funktioniert hervorragend. Bei Verbesserungen haben wir uns in der Vergangenheit vor allem auf die Bereiche Standfestigkeit der Teile, Verschleiß und auch Wartungsfreundlichkeit konzentriert. Hier haben wir noch einige Ideen auf Lager, die wir gerade testen. Es bleibt also spannend!

 

Kontakt: hendrik.henselmeyer@claas.com