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Zwei Stunden weniger telefonieren –jeden Tag

Telematik

Maschinenzustände und Arbeitsaufträge erfassen, Arbeitsdaten abrufen und dokumentieren – die Telematik eröffnet viele neue Möglichkeiten. Trends hat bei einer Spedition nachgefragt, wie die Transportbranche diese zukunftsweisende Technik einsetzt.

Zwei Stunden weniger telefonieren –jeden Tag

Telematik

Maschinenzustände und Arbeitsaufträge erfassen, Arbeitsdaten abrufen und dokumentieren – die Telematik eröffnet viele neue Möglichkeiten. Trends hat bei einer Spedition nachgefragt, wie die Transportbranche diese zukunftsweisende Technik einsetzt.

Ob Fuhrparkmanagement, Datensicherung oder Werkstattplanung...

...auch in der Transportbranche hilft die Telematik, die verschiedensten Abläufe weiter zu optimieren, z. B. bei der Spedition WTS Wittek Transport Service im sächsischen Delitzsch. 

Dort haben der Inhaber Michael Wittek, sowie Daniel Richter, der Disponent des Unternehmens, Trends Rede und Antwort gestanden.

„Vor allem die Zeitersparnis ist für uns enorm“, freut sich Daniel Richter. Denn zu seinem täglichen Brot gehören zahlreiche Telefonanrufe von Warenempfängern, die wissen wollen, wann denn der Lkw kommt, um die Waren abzuliefern. „Diese Anfragen haben mich früher jeden Tag gut 2 Stunden Zeit gekostet, denn ich musste zigmal hinter den Fahrern hertelefonieren, um nachzufragen, wo sie denn gerade steckten“, so der Disponent. Dank Einsatz der Telematik geht das heute viel schneller und einfacher. Denn Richter ruft die aktuelle Position des jeweiligen Fahrzeugs über seinen Büro-PC auf einer digitalen Landkarte auf, sodass er dem Anrufer direkt antworten kann.

Telematik für kleinere und mittelgroße Speditionen

Möglich wird dies durch RIO, eine Telematikplattform, die Anfang 2018 an den Start gegangen ist. Betreiber der Plattform ist die Traton Group, eine Tochtergesellschaft der Volkswagen AG, zu der die Hersteller MAN, Scania sowie Volkswagen Caminhões e Ônibus gehören. Natürlich gibt es solche Telematiksysteme für Speditionen schon länger, doch RIO soll vor allem auch für kleinere und mittelgroße Unternehmen die verschiedenen Möglichkeiten der Telematik auf ein- und derselben Plattform nutzbar machen.

Das Modul RIO Essentials ermöglicht auch fahrzeugbezogene Einsatzanalysen. (RIO|TB Digital Services GmbH)

Nachdem Daniel Richter und sein Chef das cloudbasierte System schon im letzten Jahr in einem Testlauf kennengelernt hatten, sind sie seit Anfang 2018 auch im realen Betrieb dabei und haben inzwischen neun der insgesamt 14 Wittek-Lkw mit der sogenannten RIO-Box ausgerüstet. Bei allen neuen MAN-Lkw wird diese Box seit letztem Jahr serienmäßig eingebaut, und bei älteren Lkw, auch anderer Marken, kann sie nachgerüstet werden, sofern die Fahrzeuge über eine FSM-Schnittstelle verfügen. Die RIO-Box erfasst elektronisch die verschiedensten Fahrzeugdaten und versendet sie über Mobilfunk an die RIO-Plattform, die auf einem Server in Deutschland stationiert ist. Von dort erhalten die Spediteure die Daten ihrer Fahrzeuge per Internet auf den Webbrowser ihres PC. Vom Grundsatz her funktioniert das also genauso wie in der Landwirtschaft.

Und es gibt weitere Parallelen. Ähnlich wie das für die Landwirtschaft installierte Portal 365FarmNet ist RIO eine modular aufgebaute Telematiklösung mit mehreren Nutzungspaketen, die man wahlweise buchen kann. „Für uns als mittelständische Spedition ist das vom Kosten-Nutzenverhältnis her sehr lukrativ, denn wir buchen nur das, was wir tatsächlich für unsere Spedition brauchen“, so Unternehmer Wittek.

Auf dem Flottenmonitor sieht der Disponent, wo sich seine Fahrzeuge gerade befinden. (RIO|TB Digital Services GmbH)

Alle Fahrzeuge auf digitaler Landkarte

Vorne an steht das Basismodul namens RIO Essentials. Damit hat Disponent Richter die Möglichkeit, auf seinem Büro-PC den sogenannten Flottenmonitor mit der digitalen Landkarte aufzurufen. Auf der Karte sieht er die im 15-Minuten-Takt aktualisierten Positionsdaten aller angeschlossenen Fahrzeuge inkl. Fahrer, Kilometerstand und Tankfüllstand. Bei den telefonischen Nachfragen der Kunden kann er jetzt sofort abschätzen, wann die Lkw ihre nächsten Abladestellen erreichen.

Daneben lassen sich für jedes Fahrzeug nachträglich die Fahrtstrecken der letzten zehn Tage aufrufen. Hinzu kommt die Möglichkeit, die verschiedensten Fahrzeugdaten wie z. B. den Kraftstoffverbrauch, die gefahrenen Kilometer oder die Geschwindigkeiten der Fahrzeuge zu analysieren. „So kann ich z. B. sehr gut sehen, ob ein Fahrzeug mit überdurchschnittlich hohem Spritverbrauch unterwegs ist. Wenn es keine plausible Erklärung dafür gibt, weiß ich, dass ich es schnellstens zur Überprüfung in die Werkstatt schicken muss“, erklärt Michael Wittek.

In der Landwirtschaft führt die Telematik gleichermaßen zu Zeiteinsparungen, wenn auch nicht ganz so groß. Aber hier gibt es ebenfalls die digitale Landkarte, auf der man anhand der Fahrspuren nahezu live sehen kann, wo sich eine Maschine gerade befindet und wie weit ihr Arbeitsfortschritt ist. Das Auswerten der Arbeitsdaten ist ebenfalls möglich, sodass man Fehler frühzeitig erkennen kann.

Disponent Daniel Richter muss jetzt nicht mehr hinter den Fahrern hertelefonieren.

Automatisch ins Archiv

Als weiteres Modul nutzt die Spedition Wittek RIO Compliant: Damit werden die Dateien der digitalen Tachographen und der Fahrerkarten, auf denen die Fahr- und Arbeitszeiten der Kraftfahrer gespeichert sind, in regelmäßigem Abstand automatisch in die RIO Cloud übertragen und archiviert. Bisher musste das deutlich zeitaufwändiger mit einem Handauslesegerät erledigt werden. Dieses RIO Compliant ähnelt der automatischen Dokumentation, die TELEMATICS auf den landwirtschaftlichen Maschinen ermöglicht.

An den Remote Service beim CLAAS Vertriebspartner erinnert ein weiteres Speditionsmodul: RIO Maintenance. Damit kann der Spediteur sehen, wann seine Fahrzeuge zur Wartung in die Werkstatt müssen und dies frühzeitig bei seiner Einsatzplanung berücksichtigen.

„RIO befindet sich ständig in der Weiterentwicklung, sodass wir immer wieder Softwareupdates und weitere neue Module nutzen können“, so Michael Wittek. Für die Zukunft setzt der Speditionschef vor allem auf ein Modul, mit dem er seinen Fahrern die optimalen Fahrstrecken und verschiedensten Lieferdaten für ihre Touren auf einen Tablet-PC im Lkw übermitteln kann.

Abschließend meint er: „Dass mit der Telematik solche Zeiteinsparungen, aber auch besser organisierte Arbeitsabläufe möglich sind, hätten wir vorher nicht gedacht. Von daher kann ich jedem nur empfehlen, sich mit den neuen Möglichkeiten dieser Technik auseinanderzusetzen.“ Das gilt sicherlich nicht nur für Speditionen, sondern auch für die Landwirtschaft.

CLAAS Maschinen und Telematik

Das Beispiel der Spedition Wittek zeigt, wie man mittels Telematik enorme organisatorische Verbesserungen erreichen kann, und das bei überschaubaren Kosten. Die Situation in der Landwirtschaft ist ähnlich, nicht nur für große, sondern auch für kleinere und mittelgroße Betriebe. Auch hier lassen sich die Einsatzdaten von Maschinen und Traktoren automatisch auf den Hof-PC übertragen, um sie für die Auswertung und Dokumentation zu nutzen (siehe Trends 2/2017, S. 22). CLAAS rüstet dafür seine Mähdrescher und Häcksler sowie die Traktorenbaureihen ARION, AXION und XERION schon ab Werk mit CLAAS TELEMATICS aus. Zu TELEMATICS gehört auch der Remote Service, über den sich die Wartungsdaten der Maschinen mit dem CLAAS Vertriebspartner aus­tauschen lassen.

Und für ältere Traktoren oder Maschinen, die noch keine digitale Anbindung haben, gibt es ebenfalls eine Lösung: Die sogenannte ActiveBox von 365FarmNet (siehe Trends 3/2018, S. 30). Sowohl TELEMATICS als auch die ActiveBoxen sind als Module bzw. Bausteine in das 365FarmNet Portal eingebunden. Hier können sich Landwirte und Lohnunternehmer – ähnlich wie beim RIO-Portal für die Speditionsbranche – den Arbeitsfortschritt aller angebundenen Maschinen in Echtzeit anzeigen lassen. Und die ansonsten so arbeitsaufwendige Dokumentation der Arbeiten erledigt sich nahezu automatisch von selbst.

Kontakt: olaf.wisswedel@claas.com