SHREDLAGE auch für Mastbullen

Ein Praxisversuch der Hochschule Osnabrück

Dass SHREDLAGE® Vorteile in der Milchviehfütterung bietet, hat sich auf vielen Betrieben gezeigt. Doch funktioniert die speziell aufbereitete Langschnittmaissilage auch in der Bullenmast?

SHREDLAGE auch für Mastbullen

Ein Praxisversuch der Hochschule Osnabrück

Dass SHREDLAGE® Vorteile in der Milchviehfütterung bietet, hat sich auf vielen Betrieben gezeigt. Doch funktioniert die speziell aufbereitete Langschnittmaissilage auch in der Bullenmast?

Dass SHREDLAGE® Vorteile in der Milchviehfütterung bietet, hat sich auf vielen Betrieben gezeigt.

Doch funktioniert die speziell aufbereitete Langschnittmaissilage auch in der Bullenmast? Das hat ein Team von Wissenschaftlern der Hochschule Osnabrück auf einem Praxisbetrieb untersucht.

Die beiden Futtersilos wurden nebeneinander (links Kurzschnitt und rechts SHREDLAGE®) von zwei CLAAS XERION optimal verdichtet.

Landwirt Markus Schulze-Finkenbrink ist ein Profi in der Bullenmast. 920 Mastbullen hält er auf seinem Betrieb in Amelsbüren bei Münster. Fast alle Tiere stehen bei ihm auf Stroh, denn das Tierwohl liegt dem Mäster besonders am Herzen. Deshalb sagte er auch sofort zu, als die Arbeitsgruppe Tierernährung der Hochschule Osnabrück von Prof. Westendarp anfragte, den Einfluss der Fütterung von SHREDLAGE® Silage auf die Futterqualität, Mastleistung, Gesundheit und den Schlachtkörperwert von Fleckviehbullen zu überprüfen.

Auf dem Betrieb Schulze-Finkenbrink wurden für den Versuch 72 Fleckviehbullen mit einem durchschnittlichen Gewicht von 382 kg zu Beginn der Studie 216 Tage lang gemästet. Die Hälfte der Tiere erhielt in dieser Zeit eine TMR mit Kurzschnittsilage, Kraftfutter und Stroh, während die andere Hälfte mit einer TMR auf SHREDLAGE® Basis ohne Stroh gefüttert wurde. Aus Versuchen in der Milchviehfütterung weiß man, dass SHREDLAGE® die Strukturwirkung der Silage soweit erhöht, dass die Ration nicht mehr mit Futterstroh ergänzt werden muss.

Start mit der Ernte

Der Mais wurde mit zwei parallel fahrenden Häckselketten mit JAGUAR Feldhäckslern in den gleichen Beständen geerntet. Eine Maschine arbeitete mit einem klassischen Sägezahn-Cracker, die andere mit einem speziellen CLAAS Corncracker für SHREDLAGE®.

Das Verdichten des Ernteguts übernahmen zwei CLAAS XERION. Die Kurzschnittsilage wurde mit einem Gewicht von 18 t gewalzt, die SHREDLAGE® mit vier Tonnen zusätzlichem Gewicht. In allen Schichten des Silos gab es bezüglich der Verdichtung der beiden Silagevarianten keine signifikanten Unterschiede.

In beiden Fütterungsgruppen erzielten die Tiere Tageszunahmen von durchschnittlich 1.500 g. Die Vorteile von SHREDLAGE® zeigten sich nach der Mast. So erreichten die SHREDLAGE® Bullen im Mittel ein um 6 kg höheres Schlachtkörpergewicht und wiesen bei der Schlachtkörperbeurteilung eine tendenziell bessere Handelsklasse auf. Zudem war die Fettklasse bei den SHREDLAGE® Bullen signifikant niedriger und damit günstiger.

Prof. Dr. Heiner Westendarp von der HS Osnabrück (li.), Markus Schulze-Finkenbrink (re.) und sein Sohn Christoph haben festgestellt, dass die Bullen durch die Shredlage® Fütterung ruhiger und gesünder geworden sind.

Mehrerlöse und Einsparpotenzial

Dieser Qualitätsunterschied führte zu einem Preisaufschlag von 3 Cent pro kg Schlachtkörpergewicht. Ein scheinbar geringer Vorteil, der sich aber in der Gesamtkalkulation deutlich bemerkbar macht. Denn rechnet man den Aufschlag auf

den Versuchszeitraum hoch, ergibt sich mit SHREDLAGE® ein Mehrerlös von 33,03 €/Tier.

Auch bei den Futterrationskosten ergaben sich Vorteile durch den Einsatz von SHREDLAGE®. Bei einer Einsparung von 5 Cent pro Tier und Tag summierte sich der Kostenvorteil beim Einsatz von SHREDLAGE® im untersuchten Zeitraum auf 10,80 € pro Bulle.

Rechnet man den Mehrerlös für den Schlachtkörper und die Einsparung bei der Fütterung mit SHREDLAGE® zusammen, ergibt sich für den Versuch ein Gesamtkostenvorteil von 43,83 €/Tier. Dabei müssen allerdings noch die Mehrkosten von etwa 1 €/t Frischmasse für die Ernte, den Transport und die Verdichtung der SHREDLAGE® berücksichtigt werden, die etwa 10 % vom Gesamtkostenvorteil ausmachen.

Grundsätzlich kann ein Betrieb mit SHREDLAGE® komplett auf Futterstroh verzichten und Kraftfutter einsparen, weil sich der Grundfutteranteil in der Ration erhöhen lässt. Bei großen Beständen wie auf dem Betrieb Schulze-Finkenbrink können sich die damit verbundenen Kostenvorteile zu hohen Beträgen summieren und die Wirtschaftlichkeit der Mast deutlich verbessern.

Positive Bilanz

Markus Schulze-Finkenbrink selbst beobachtete unabhängig von den Forschungsergebnissen weitere Effekte der SHREDLAGE® Fütterung: „Die jüngeren Tiere haben es nicht ganz so gerne gefressen. Aber ab der Hauptmast waren die richtig hinter der SHREDLAGE® her.“

Da Markus Schulze-Finkenbrink seine Rationen mehrfach im Jahr umstellt und er bei den Komponenten vorerst flexibel bleiben möchte, passt SHREDLAGE® aktuell noch nicht in sein Fütterungskonzept. Dennoch sieht er das Potenzial der speziell aufbereiteten Silage: „Die Tiergesundheit ist mit SHREDLAGE® definitiv besser. Aber entscheidend ist natürlich auch, dass man unter dem Strich mehr Einkommen erzielt. Und da würde ich nach den Erfahrungen im Versuch sagen: ja, das funktioniert.“

Fragen an Prof. Dr. Heiner Westendarp

Prof. Dr. Heiner Westendarp, Hochschule Osnabrück

Trends: Bei der Fütterung mit SHREDLAGE® zeigten die Bullen auch einen höheren mittleren täglichen Pansen pH-Wert. Bei keinem Tier fiel der pH-Wert im Tagesverlauf unter 6,0. Welche Vorteile ergeben sich daraus in der Bullenmast?

Prof. Dr. Westendarp: Das zeigt uns, dass die Tiere gesünder sind. Mit SHREDLAGE® kann also das Risiko von subklinischen Pansenazidosen, das heißt einer Übersäuerung des Pansens, gesenkt werden. Die Tiere haben mit SHREDLAGE® eine stabilere Pansenflora und verdauen das Futter besser. Weiterhin sind die Tiere ruhiger, weshalb das Verletzungsrisiko im Stall minimiert wird.

Trends: Kann man physiologisch erklären, warum Schlachtkörper und Fettanteile bei der Mast mit SHREDLAGE® günstiger ausfallen?

Westendarp: Die Tiere haben das Futter offensichtlich besser verdaut und verwertet. Das konnten wir auch anhand von Siebanalysen im Kot nachweisen. Der Grund für die bessere Verdauung ist die deutlich intensivere Kornaufbereitung und Auffaserung des Häckselgutes. Die Tiere der Gruppe mit konventioneller Kurzschnittsilage haben mehr Energie aufgenommen und waren dadurch etwas verfetteter.

Trends: Die Vorteile bei Schlachtkörper und Futterkosten durch SHREDLAGE® wirken nicht so groß. Kann man sagen, dass ein Mastbetrieb automatisch einen Mehrgewinn bzw. Kostenvorteil erzielt, wenn er SHREDLAGE® einsetzt?

Westendarp: Das lässt sich nicht 1:1 auf andere Betriebe übertragen. Der Kostenvorteil wird durch die Einsparung von Futterstroh und Kraftfutter in der Ration erzielt. Dieses ist wiederum abhängig von den übrigen Rationskomponenten. Die Frage, ob ein Mehrgewinn beziehungsweise Kostenvorteil generiert werden kann, ist somit betriebsindividuell auch nach Verfügbarkeit der jeweiligen Futtermittel unterschiedlich zu beurteilen.