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Ein Garten auf Zeit

Ackerhelden

So heißt ein junges Unternehmen aus Essen, das bundesweit biozertifizierte Parzellen zum Gärtnern und Ernten von frischem Gemüse anbietet.


Ein Garten auf Zeit

Ackerhelden

So heißt ein junges Unternehmen aus Essen, das bundesweit biozertifizierte Parzellen zum Gärtnern und Ernten von frischem Gemüse anbietet.


Verbraucher wieder mit den Grundlagen der Erzeugung von Lebensmitteln vertraut machen...

...ihnen die Gelegenheit geben, im Einklang mit der Natur Gemüse zu erzeugen und dabei die Prinzipien von Nachhaltigkeit und Regionalität kennenzulernen – all das sind Ideen, die das Start-up Ackerhelden verfolgt. 

Dank des ständigen engen Kontaktes und Austausches – die anfangs oft recht unerfahrenen Neu-Gärtner bekommen viel Beratung und Unterstützung – können auch weitreichendere Themen wie Lebensmittelqualität und Umweltschutz angesprochen werden. Hinter dem in Essen gegründeten Unternehmen stehen Birger Brock und Tobias Paulert, die ihrerseits ihre Leidenschaft fürs Gärtnern im Schulgarten eines Essener Gymnasiums entdeckten. Und ihr seitdem – ob auf der Fensterbank, dem Dachgarten oder der gemieteten Parzelle – treu blieben. Nach vielen Jahren, in denen sie dieser Leidenschaft nur als Hobby frönten, kam ihnen die Idee, sich beruflich mit dem Konzept der Selbsternteparzellen in die Selbstständigkeit zu wagen. Das Konzept selber ist nicht neu: Es stammt aus Österreich und kam vor etwa 20 Jahren auch nach Deutschland, wo in Kassel und München die ersten Selbsternteprojekte verwirklicht wurden.

In 16 Anlagen verwirklichen heute bundesweit 3.500 Kunden ihre Gartenträume.

2012 gingen dann die von Paulert und Brock gegründeten Ackerhelden an den Start. Anders als die bisherigen regionalen Projekte verfolgten sie das Ziel, ihre Angebote bundesweit zu verwirklichen und dabei ausschließlich Flächen anzubieten, die nach den Richtlinien der Anbauverbände Bioland, Demeter oder Biokreis bewirtschaftet werden. Dafür werden in Biobetrieben, bevorzugt in der Nähe von Ballungszentren, Ackerflächen gepachtet, die im Frühjahr in Zusammenarbeit von Ackerhelden und Landwirt bearbeitet, in Parzellen aufgeteilt und vorgepflanzt werden. Ab etwa Mitte Mai können schließlich die Parzellen von den Kunden in Besitz genommen werden, die dann bis zum Vegetationsende nach Herzenslust ihre gärtnerischen Qualitäten ausprobieren, Beratung in Anspruch nehmen und sich mit den Parzellennachbarn austauschen können. In 16 Anlagen verwirklichen heute bundesweit 3.500 Kunden ihre grünen Träume.

Mehr als Gärtnern

Was – neben dem befriedigenden Erlebnis, durch eigene Arbeit erzeugtes Gemüse ernten zu können – den beiden Gründern dabei sonst noch wichtig ist, beschreibt Tobias Paulert: „Bei unserer Form der städtischen Landwirtschaft kommt der Kunde – nicht selten erstmalig – in Kontakt mit Landwirten und der Lebensmittelerzeugung. Viele unserer Kooperationspartner haben eine eigene Direktvermarktung, wo die Kunden ihren „Warenkorb“ mit Produkten auffüllen können, die sie nicht selbst erzeugt haben. Die große Aufmerksamkeit, vor allem in den Medien, ist dabei ein gewaltiger Vorteil für die beteiligten Landwirte. Ein großes Thema ist für uns auch die Biodiversität. Wir legen um unsere Anlagen Blühstreifen als Lebensraum für Nützlinge an. Unseren engen Kontakt zu den Kunden nutzen wir, um mit ihnen über Nachhaltigkeit, Lebensmittelqualität und die Verantwortung für die Umwelt zu sprechen.“

In der Anlage am südlichen Stadtrand von Berlin stehen den Teilzeit-Gärtnern 135 Parzellen zur Verfügung.

Frisches Gemüse für Berlin

Eine der ersten Anlagen des jungen Unternehmens befindet sich am südlichen Stadtrand von Berlin, in Teltow. Mit der S-Bahn aus der Innenstadt bequem zu erreichen, waren die ersten Kunden der 2013 eingerichteten Anlage überwiegend tatsächlich Berliner, erklärt Susanne Seitter, die als Ackerhelden-Mitarbeiterin die Anlage betreut. „Inzwischen kommen aber auch immer mehr Interessenten aus der näheren Umgebung“, fügt sie an. Die Anlage am Naturschutzgebiet Hollandweg gehört zum Bioland-Betrieb „Obst- und Gemüsehof Teltower Rübchen“ von Landwirt Axel Szilleweit. Er bereitet jährlich die Fläche vor, die dann vom Ackerhelden-Team in 135 Parzellen à 40 m2 geteilt und zu zwei Dritteln mit regional passenden Gemüsearten und Kräutern vorgepflanzt wird. Mit dieser „Anwuchsgarantie“ bis zur ersten Ernte, erklärt Susanne Seitter, haben die Gärtner schnell erste Erfolge und können sich dann auf dem restlichen Drittel und der freiwerdenden Fläche nach Herzenslust ausprobieren.

Susanne Seitter ist aus Überzeugung „Ackerheldin“: „Ich war erst Kundin, dann freie Mitarbeiterin, seit eineinhalb Jahren bin ich nach einem berufsbegleitenden Studium „Bildung und Nachhaltigkeit“ nun feste Mitarbeiterin dort. Ich arbeite, zum Teil in Berlin und gelegentlich auch in Essen, im Kundenmanagement, bereite Anlagen vor und bepflanze sie. Jetzt zum Jahresende sind wir schon mitten in der Planung fürs nächste Jahr.“ Der direkte Kontakt mit den Kunden ist ihr wichtig und macht Freude: „Natürlich sind nicht alle immer zufrieden, gerade nach so einem Jahr wie diesem, wo es hier so gut wie nicht geregnet hat und jeder Liter Wasser vom Brunnen zur Parzelle getragen werden muss. Andere merken vielleicht nach einem Jahr, dass das nichts für sie ist. Aber trotzdem haben sie etwas gelernt. Und gerade in einem Jahr wie 2018 haben die meisten hier viel Verständnis für die Sorgen und Nöte der Landwirte.“

Gärtnern geht auch in der Stadt

Doch die Ackerhelden beschränken sich nicht allein auf das Angebot der Selbsternteparzellen. Getreu ihrem Anspruch, Verbraucher mit den Themen Nachhaltigkeit, gesunde Lebensmittel und Regionalität vertraut zu machen, bieten sie auch etwas für Menschen, denen der Weg aus der Stadt heraus zu weit ist oder denen die Zeit dafür fehlt: Einen Hochbeet-Bausatz für Balkon oder Terrasse, komplett mit Pflanzsubstrat, Saatpaket und Beratungsangebot.

Und frei nach dem Motto: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“ wenden sie sich mit ihrem Angebot „Ackerhelden machen Schule“ auch an den Verbrauchernachwuchs. Ernährungserziehung, sagt Tobias Paulert, sei eine der grundlegenden Bildungsaufgaben, die die Schule bisher sträflich vernachlässige.

Kontakt: johann.gerdes@claas.com